Sonntag, 30. Juli 2017 | Felix | Permalink

The Frankfurt Matches 2017 wird wild

Präzision, Fantasie, Durchhaltevermögen. Die drei solltest du für The Frankfurt Matches auf jeden Fall im Gepäck haben, denn der Platz des GC Eschenrod ist absolut keine 08/15-Wiese. Roman und ich haben ihn schon mal gespielt, und ein paar Eindrücke wollen wir gerne teilen.

Bahn 1

Par 4
Vorgabe 1
415 m (gelb), 344 m (rot)

Genau, wir steigen direkt mal mit der schwierigsten Bahn ein und stimmen uns auf das ein, was uns auf der Runde so erwartet. Hier geht es so dermaßen beständig bergauf, dass du selbst nach einem sensationellen Abschlag immer noch einen Blind Shot ins Grün hast. Wenn du Höhenunterschiede nicht gewohnt bist, wirst du sicher etwas daran knabbern, für diesen zweiten Schlag den richtigen Schläger aus der Tasche zu ziehen. Wir haben uns schon beim Anstieg zum Grün bei dem Gedanken „Hoffentlich geht das nicht so weiter!“ ertappt.

FR17 Bahn 1

Bahn 1

Nun, tut es nicht. Der Platz ist definitiv eine sehr spezielle Herausforderung, zeigt sich aber immer wieder auch von seiner fairen Seite und ist insgesamt eine ziemlich geile Nummer. Wir hatten auf jeden Fall unseren Spaß, trotz regelmäßiger Ballverluste und gelegentlicher Ahnungslosigkeit. Wenn man sich ein Stück weit darauf einlässt, dass man es hier mit einer anderen Art von Biest zu tun hat, kann das schon eine extrem spaßige Runde werden. Gerade für ein Lochspiel ist hier jede Menge Zündstoff drin. Wird spannend!

Bahn 2

Par 3
Vorgabe 7
217 m (gelb), 182 m (rot)

Das haben wir noch nicht so richtig oft gesehen: ein Blind Shot an einem Par 3. Die Fahnenstange ist extralang, so dass du sie vom Abschlag aus sehen kannst, aber der Rest bleibt im Verborgenen. Richtig viel Luft nach links oder rechts gibt es ebenfalls nicht. Daher am besten schon beim Weg von Bahn 1 zu Bahn 2 einen Blick auf das 2. Grün werfen. So weißt du am Abschlag zumindest, ob die Fahne eher rechts oder links auf dem Grün steht. Das könnte helfen.

Bahn 5

Par 4
Vorgabe 17
245 m (gelb), 212 m (rot)

Von den Zahlen her klingt das erstmal lustig und entspannt, vom Abschlag aus ist es dann doch etwas kniffeliger. Auf Anhieb fällt es nämlich noch nicht einmal leicht, überhaupt erstmal die Bahn zu erkennen. Klar kann man bei der Distanz – es geht auch noch bergab – voll auf Attacke gehen. So gänzlich ohne Platzkenntnis ist diese Strategie aber nur eingeschränkt zu empfehlen.

FR17 Bahn 5

Bahn 5

Wir haben etwas defensiver gespielt (langes Eisen bzw. kleines Holz), die Bahn mehr oder weniger getroffen und damit einen recht überschaubaren zweiten Schlag ins Grün, der – bei ausreichend Präzision – durchaus den Weg zum Birdie ebnen kann. Das schöne an der Bahn ist nämlich, dass es nach dem kuriosen Abschlag mit absoluter Fairness weitergeht. Das Wasserhindernis kommt eigentlich nicht ins Spiel, das Grün wird nicht noch zusätzlich durch Bunker verteidigt. Hat man also den ersten Schlag anständig auf das Fairway gebracht, lässt sich von dort aus relativ entspannt weiterarbeiten.

Bahn 8

Par 4
Vorgabe 5
250 m (gelb), 214 m (rot)

FR17 Bahn 8

Bahn 8

Klassische Situation für den Platz: Keine Ahnung, was man vom Abschlag aus nehmen soll. Für einen Driver ist es eigentlich zu schmal. Für alles, was kürzer ist, ist es allerdings noch schmaler, denn von links mischen sich ein paar kapitale Bäume ins Spiel ein. Roman und ich diskutieren es durch und kommen zu dem Schluss, dass der Driver vermutlich die dämlichste Wahl ist. Als nächstes greift Roman zum Driver.

Das hat gerade noch gepasst, er ist rechts an so ziemlich dem letzten Fleck Bahn gelandet, von dem aus man noch spielen kann. Hätte auch anders ausgehen können, zum Beispiel ein paar Meter kürzer und dann schön im Wasserhindernis. Erst hier sehen wir allerdings, dass der Eindruck vom Abschlag aus getäuscht hat. Nach links wäre mehr Platz gewesen, als es die reinragenden Bäume vermuten ließen. Aha, also volle Kanne Mitte Bahn und rüber. Gut, war in dem Fall zu spät, aber vielleicht hilft es ja noch jemandem.

FR17 Bahn 8 Roman

Passt gerade noch: zweiter Schlag für Roman an Bahn 8.

Roman hat aus der Kiste übrigens das Par geholt. Driver vom Abschlag dämlich? Eher doch nicht so.

Bahn 9

Par 4
Vorgabe 13
192 m (gelb), 154 m (rot)

Nein, das ist kein Schreibfehler. Dieses Par 4 ist nicht nur extrem kurz, es ist sogar kürzer als das oben erwähnte Par 3 (Bahn 2). Das gute Stück hat eine Ausnahmegenehmigung vom Deutschen Golf Verband e. V. (DGV), und das ist auch verdammt gut so, denn drei Aspekte bildet die Eigenschaft Länge nicht wirklich ab: bergauf, Bäume, kleines Grün. Insbesondere die Bäume solltest du berücksichtigen. Definitiv links bleiben, denn rechts steht einer von denen direkt vor dem kleinen Grün, hinter dem auch noch unmittelbar die Ausgrenze lauert. Wenn dieser Baum für dich ins Spiel kommt, hast du eigentlich schon verloren, denn ein flacher zweiter Ball unter dem Baum durch auf das nach wie vor höher gelegene Grün läuft dir ziemlich sicher direkt ins Aus. Also bitte, bitte links bleiben. Dort schränkt dich bei deinem zweiten Schlag nach oben nichts ein, du kannst also dein Präzisionswedge direkt neben die Fahne legen.

Bahn 12

Par 5
Vorgabe 4
433 m (gelb), 403 m (rot)

FR17 Bahn 12

Bahn 12

Das zweite und letzte Par 5 auf dem Platz und – da sind Roman und ich uns einig – die erste von insgesamt zwei minimal unfairen Bahnen. Links und rechts wird das teilweise nur 60 Meter breite Fairway von Bäumen begrenzt. Aus denen kommst du auch nicht wirklich wieder raus, das haben wir auf die harte Tour gelernt. Rechts hast du zudem schnell die Ausgrenze, da ist also direkt mal null Spielraum. Bei meiner Streuung ein absoluter Horror. Ich habe mich also zurückgehalten, das kleine Holz vom Abschlag genommen und zugunsten von Präzision auf Länge verzichtet.

FR17 Bahn 12 Fairway

Wird einfach nicht leichter: Bahn 12.

Hat auch geklappt, allerdings wird es für den zweiten Schlag dann noch schlimmer, denn da grätschen von links noch einmal zusätzlich Bäume auf das Fairway und lassen nur noch eine ganz schmale Tür Richtung Grün offen. Liegst du mit deinem Abschlag zu nah vor diesen Bäumen, hast du für den zweiten Schlag ein echtes Problem. Insgesamt gibt es also nur sehr wenige sinnvolle Optionen zum Spielen der Bahn, und die müssen brutal präzise gebracht werden. Andernfalls verlierst du ziemlich sicher mindestens einen Schlag. Bist du durch diesen Engpass erstmal durch, hast du es eigentlich geschafft. Das Grün kommt ohne Bunker daher und lässt einen zumindest in dieser Hinsicht verschnaufen.

Bahn 13

Par 4
Vorgabe 16
277 m (gelb), 253 m (rot)

Vorsicht! Das Ding ist zwar nicht lang, geht sogar bergab und sieht dazu noch extrem breit aus (insbesondere weil du gerade von der engen 12 kommst), killt dich aber gnadenlos, wenn du hier einfach wahllos auf das Fairway ballerst.

FR17 Bahn 13

Abschlag nach links, nicht nach rechts: Blick zurück über Bahn 13.

Auf der rechten Seite landest du mit einem regulären Abschlag nämlich ziemlich sicher im Wasserhindernis. Die komplette rechte Hälfte des Fairways solltest du also ausblenden – es sei denn, du startest mit einem kleinen Eisen. Aber warum sollte man das tun. Bleib also links, links, links. Sogar das Fairway der 4 ist besser als die rechte Hälfte des Fairways.

Bahn 17

Par 4
Vorgabe 2
428 m (gelb), 360 m (rot)

Nach der 12 die zweite geringfügig unfaire Bahn des Platzes. Zusätzlich zur Länge geht es auch noch amtlich bergauf, dein Drive – kann man bei der Breite des Fairways allerdings gut machen – hat sich also relativ zackig ausgelaufen. Alles nicht so wild? Nun, dann geh mal zu deinem Ball und schau, ob du von hier aus das Grün sehen kannst. Roman und ich waren beide recht zufrieden mit unseren Abschlägen, für einen Blick auf die Lochfahne haben uns beiden aber noch etliche Meter gefehlt. Das ist schon ein bitterer Moment. Vorlaufen und über die Kuppe schauen bringt auch nicht besonders viel Hoffnung mit sich: Zum Grün hin wird die Bahn konstant enger, Spielraum gibt es praktisch nicht, und Länge brauchst du auch. Ich habe mich daher entschieden, den zweiten Schlag mit einem kurzen Eisen zu spielen, um dann erst den dritten mit Augenkontakt zur Fahne nah ans Loch zu bringen. Ist eigentlich eine gute Idee, darf man halt nur nicht am Wedge verkacken. An dieser Bahn bitte einfach die Nerven behalten, denn gleich kommt die Belohnung.

FR17 Bahn 17

Tiefpunkt kurz vor Ende der Runde: Blick zurück über Bahn 17.

Bahn 18

Par 4
Vorgabe 4
323 m (gelb), 323 m (rot)

Tu dir einen riesengroßen Gefallen, rette dein Match bis auf die 18. Wir vermuten, dass es keinen größeren Spaß geben kann, als die Begegnung auf dieser Bahn zu entscheiden. Es geht wieder ins Tal. Das gesamte Drama liegt dir zu Füßen: das von links nach rechts fallende Fairway, jede Menge völlig willkürlich versprenkelte Bäume auf dem Weg zum Ziel und eines der schwierigeren Grüns des Platzes irgendwo da hinten vor Clubhaus und Maschinenhalle. Beide keine Ahnung, was man von hier am besten macht. Beide stumpf den Driver gezogen. Beide verdammt viel Spaß an dem Schlag gehabt.

FR17 Bahn 18

Bock, Bock, Bock: Bahn 18

Wir sind irgendwo im Tal gelandet und haben uns erst dort mit diesen bizarr verteilten Bäumen auseinandergesetzt. Glück gehabt, nix im Weg, also volle Konzentration auf das letzte Eisen des Tages. Die braucht es aber auch, denn du willst nicht einfach auf das Grün, du willst auf die richtige Ebene vom Grün. Entweder vorne unten oder hinten oben. Wenn du damit jetzt dein Match gewinnst, bist du vermutlich noch das gesamte Wochenende am Grinsen. Wenn du hier dein Match verlierst, ist es eigentlich auch egal. Du hast die Partie bis auf die 18 gebracht und hattest vermutlich ziemlich viel Spaß dabei, sie zu spielen. Du hast den GC Eschenrod bestanden, das an sich sollte genügend Endorphine freisetzen.

FR17 Bahn 18 Grün

Vorne unten, hinten oben: 18. Grün mit Blick zurück über die Bahn.

Also, herzlich willkommen zu einem mächtig aufregenden Tag auf dem Platz des GC Eschenrod, herzlich willkommen zu The Frankfurt Matches 2017!

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