Freitag, 11. März 2011 | Felix | Permalink

Wettbewerb in einer Randsportart

Das folgende Zitat ist mit Vorsicht zu genießen, aber genau deshalb finde ich es so ungemein spannend.

Erschienen ist die Aussage von Thomas de Maizière nämlich im Spiegel Nr. 10 vom 5. März 2011. (Die Verzögerung möge man mir verzeihen, ich verbringe aktuell einfach zu viel Zeit mit meiner Magisterarbeit.) Offiziell war er da zwar schon zwei Tage lang Bundesverteidigungsminister, zum Zeitpunkt des Interviews bekleidete er aber noch das Amt des Bundesinnenministers – und der ist eben auch zuständig für Sport. Zur gleichen Zeit erfolgte auch Martin Kaymers Aufstieg zur offiziellen Nummer eins der Weltrangliste, das Gespräch fand vorher statt.

Wir haben es hier also vermutlich mit einer der letzten offiziellen Aussagen über den Golfsport vor Eintreten des Kaymer-Effekts (plötzliches Interesse an Golf aufgrund der Position eines deutschen Spielers in der Weltrangliste, wie z. Bsp. hier) zu tun, und deswegen finde ich das Zitat so wichtig. Denn hoffentlich werden wir schon in ein paar Monaten darauf zurückblicken können und denken: Himmel, wie weit ist Golf seitdem gekommen. Hoffentlich. Als Thomas de Maizière in dem Gespräch nämlich auf die Bedeutsamkeit des Ryder Cup und die Bewerbung Deutschlands für dieses Ereignis angesprochen wird, sagt er (S. 107):

„Er ist sicher reich an Tradition und prestigeträchtig für die Golfspieler, aber nüchtern betrachtet handelt es sich um einen Wettbewerb zwischen Europa und den USA in einer Randsportart.“

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Kommentare [4] | Kategorien: Profigolf, Unterhaltung

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Es gibt 4 Kommentare:

Felix N. am 16.03.2011 um 13:03 Uhr:

Der DGV hat mit einer Pressemitteilung auf das Spiegel-Interview reagiert, drüben beim Linksgolfer gibt es einen tollen Artikel dazu.

Marc Gorny am 16.03.2011 um 19:13 Uhr:

ich bin mit dem artikel und vor allem der kritik voll und ganz einverstanden… aber hockey (grade in hamburg) ist safe keine randsportart ;)

Felix S. am 17.03.2011 um 13:02 Uhr:

Was ist denn eine Randsportart genau? Entweder wenn vergleichsweise wenigen Menschen diesen Sport betreiben (ist im Golfsport denke ich nicht der Fall, genau so wie bei den Schützenvereinen), oder Massenmedien kaum über diese Berichten. Genau da liegt für mich der Hund begraben, denn so wie sonst in den Medien über Golf berichtet wird, kann ich dem (leider) nur zustimmen.

Eigentlich sind in Deutschland traurigerweise sowieso alles Randsportarten außer Fußball und Formel 1 (was die Medien angeht – ich kenne jedenfalls niemanden persönlich der Autorennsport betreibt.)

Eventuell wird durch Kaymer ja ein ähnlicher Boom ausgelöst wie durch die deutschen Tennis Stars. Kann man nur hoffen…

Felix S. am 17.03.2011 um 13:08 Uhr:

Edit: Habe gerade den Linksgolfer Artikel gelesen. Sehr guter Artikel und trifft den Nagel auf den Kopf.

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