Mittwoch, 29. Juli 2009 | David | Permalink
Vom 27. bis 29. Juli fand auf der Golfanlage Green Eagle in Winsen ein Turnier der EPD-Tour statt – nach der Unigolftour (1), der European Tour (2) und der Challenge Tour (3) die viertwichtigste Tour im europäischen bzw. deutschen Golfsport. Die Veranstaltung war eine Kooperation mit der quasi gleichwertigen Ecco-Tour, die sich normalerweise in Skandinavien herumtreibt – entsprechend viele schwedische und dänische Flüche hallten gemeinsam mit deutschen Schimpfwörtern über den schwierigen Platz. Und wenn so ein Turnier schon mal quasi vor der Haustür stattfindet, kann man in Vorfreunde auf das Unigoltour-Finale in Göttingen dort mal vorbeischauen.

Vor lauter Turnierbeanspruchung mal eben in Ohnmacht gefallen – die “Kurzflaggen” auf dem Übungsgrün
Die EPD-Tour ist dem Profigolf zuzuordnen (EPD steht immerhin für Professional Development Tour) und wird auch bezahlt. Fragt sich nur von wem, denn wenn man sich die Preisgelder anschaut: ohne Sponsor und/oder Papis dicke Brieftasche wird das hier nix. 30.000 EUR gab es in Winsen zu verteilen, um die insgesamt 160 Spieler gekämpft haben. Genauer gesagt: 4.800 EUR für den Erstplatzierten, 452,40 EUR für den 20. und sagenhafte 188,50 EUR für Platz 40. Und da für Anreise, Übernachtung & Co sehr viel Geld draufgehen kann (im Normalfall steht auf dem Spielerkonto wohl mehr im Soll als auf der Haben-Seite), leben einige Spieler gleich den Unigolftour-Spirit und haben – ganz studentisch – ihr Zelt direkt hinter der Golfanlage aufgeschlagen. Vereinzelt wurden auch als stabilere Alternative die elterlichen Wohnmobile auf dem Parkplatz gesichtet. Seine Familie kann man damit auf diesem Level wohl eher nicht ernähren, und das ganze kann auch irgendwie ein verdammt einsamer Job sein. Spaß an der Sache haben die Jungs aber wohl trotzdem, denn wirkt das Ganze wie eine große Familie, die sich regelmäßig trifft.

Die großen Fitting-Trucks der Sponsoren. Links für die Schläger, rechts für die Füße.
Der Nord-Course in Winsen hat es ziemlich in sich (über 7.000 Meter für die Pros), und ich muss auch meinen zwiespältigen Eindruck, der nach dem Matchplay-Finale 2008 entstanden ist, zum positiven verbessern. In meine Erinnerung hatte sich eine einzige Bunkerform eingebrannt (“kreisrund und lieblos über den Platz ausgeschüttet”), doch dieses Urteil musste ich beim zweiten Begehen schnell mal revidieren. Gebt dem Platz noch ein paar Jahre, dann könnte er wirklich schön werden – wenn bis dahin nicht der Ryder Cup 2018 über die 18 Löcher getrampelt ist, woran ich derzeit ja noch überhaupt nicht glauben mag.

Die Kollegen aus “meinem” Flight: Local Hero Andrew (leider den Cut nicht geschafft), Matthias aus Schweden (Leader der Order of Merit der Ecco Tour, auch am Cut gescheitert) und Gustav (ebenfalls aus Schweden, am Schluss T24 mit +8).
Übrigens: schön zu sehen, dass auch drei Profis in einem Flight gerne mal fünfeinhalb Stunden für die Runde brauchen. Das hat ja fast Student Masters-Charakter! Und noch eine Gemeinsamkeit: Das Aufstellen eines Platzrekordes – Greifswald lässt grüßen.
Zum Schluss dann doch noch ein wenig Name-Dropping: Gewonnen hat Constantin Schwierz (Deutschland, -3), den geteilten zweiten Platz belegten Wilhelm Schaumann (Schweden, Par) und Christopher Trunzer (Deutschland, ebenfalls Par). Und wer Lust hat, auch mal bei einem EPD-Turnier vorbeizuschauen, kann gerne mal einen Blick in den Turnierkalender werfen.
Kommentare [2] | Kategorien: Profigolf, Unterhaltung
— Felix am 29.07.2009 um 21:04 Uhr:
Ich will endlich auch wieder auf der Tour spielen! Verdammt, wann ist denn jetzt endlich mal der 28. August!?
Oh – ich könnte mich ja in der Zwischenzeit auch überhaupt erst einmal für den Twyx Cup anmelden. (Verleihe mir dafür gerade mal spontan die Sonderwertung „Beste Idee heute zwischen 22:00 und 22:23 Uhr“, gibt ’ne Stunde Wednesday Selection dafür.)
— Sebastian am 30.07.2009 um 11:12 Uhr:
sonderwertung wird hiermit ganz offiziell vom organisationsteam bestätigt!